Bei einer Komplettladung – im Fachjargon FTL für „Full Truck Load“ – bucht ein Auftraggeber das gesamte Fahrzeug für sich. Die Ware wird direkt vom Verlade- zum Entladeort gefahren, ohne Umschlag und ohne fremde Fracht an Bord. Das macht die FTL zur schnellsten und sichersten Landverkehrslösung – wirft aber die berechtigte Frage auf: Was kostet das eigentlich? Eine seriöse Antwort ist kein fester Betrag, sondern das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Dieser Ratgeber erklärt sie, damit Sie Ihr Angebot einordnen können. Den verbindlichen Preis und die vollständige Übersicht der Transportkosten liefert die Disposition sendungsbezogen als Festpreis.
Relation und Distanz als Ausgangspunkt
Der wichtigste Ausgangswert ist die Strecke zwischen Beladung und Entladung – gemessen nicht in Luftlinie, sondern in tatsächlichen Fahrkilometern samt Maut. Dazu zählen Dieselkosten, streckenabhängige Mautgebühren und die Fahrerzeit nach den EU-Lenk- und Ruhezeiten. Überschreitet eine Strecke die zulässige Tageslenkzeit, wird ein Übernachtungsstopp oder eine Direktfahrt mit Doppelbesatzung nötig – beides beeinflusst den Preis. Grenzt die Relation an ein Drittland, kommen Zoll- und Dokumentenkosten hinzu.
Fahrzeugtyp und Ausstattung
Nicht jede FTL fährt mit demselben Fahrzeug. Ein Standard-Sattelzug mit 13,6 Meter Ladefläche und rund 24 Tonnen Zuladung ist die Basis. Wird eine Hebebühne, ein Mitnahmestapler, ein Fahrzeug mit Verzurrpunkten für Maschinentransporte, eine Kühl- oder Temperaturführung oder eine ADR-Ausstattung für Gefahrgut gebraucht, verändert das den Preis. Auch das Verhältnis von Gewicht zu Volumen spielt eine Rolle: Schwere Güter stoßen an die Gewichtsgrenze, sperrige Güter an die Lademeter – in beiden Fällen ist das Fahrzeug „voll“, obwohl die andere Grenze noch Luft hätte.
Rückladung und Leerfahrten: der versteckte Hebel
Ein Faktor, den viele Auftraggeber nicht auf dem Schirm haben: Kann der LKW nach der Entladung eine Rückladung aufnehmen, oder muss er leer zurückfahren? Auf gut ausgelasteten Korridoren ist Rückfracht leicht zu finden, was den Hinweg günstiger macht. Auf Relationen in strukturschwache Regionen oder mit einseitigem Warenstrom muss die Leerfahrt eingepreist werden. Deshalb kann dieselbe Kilometerzahl je nach Richtung und Region unterschiedlich viel kosten. Eine erfahrene Disposition kennt die Rückfracht-Lage der wichtigsten Korridore und kalkuliert entsprechend.
Termin, Verfügbarkeit und Saison
Kurzfristigkeit kostet. Wer heute für morgen einen kompletten Sattelzug braucht, zahlt mehr als bei einem Vorlauf von mehreren Tagen, weil freier Laderaum knapp ist. Saisonale Spitzen – Quartalsenden, Vorweihnachtsgeschäft, Erntezeiten oder Messewochen – verteuern FTL zusätzlich. Fixtermine mit engem Zeitfenster oder garantierter Zustellzeit erhöhen den Preis, weil das Fahrzeug exklusiv gebunden wird und keine Pufferzeit für andere Aufträge bleibt.
Maut, Diesel und laufende Betriebskosten
Ein guter Teil des FTL-Preises besteht aus laufenden Betriebskosten, die der Auftraggeber selten einzeln sieht. Dazu zählen der Diesel, dessen Anteil an den Fahrtkosten mit dem Marktpreis schwankt, die streckenabhängige Maut, die nach Achszahl und Emissionsklasse gestaffelt ist – moderne Euro-VI-Sattelzüge fahren hier günstiger –, sowie Personalkosten, Versicherung, Wartung und Abschreibung des Fahrzeugs. Bei grenzüberschreitenden Verkehren kommen je nach Land unterschiedliche Mautsysteme und bei Drittland-Relationen Zoll- und Dokumentenkosten hinzu. Ein seriöser Festpreis bildet all das ab, statt es später über Zuschläge nachzuberechnen – deshalb ist der Vergleich vollständiger Festpreise aussagekräftiger als der Blick auf einen einzelnen Kilometersatz.
Wann sich die FTL gegenüber Teil- und Sammelgut lohnt
Die Komplettladung ist nicht automatisch die teuerste Lösung. Ab einer Sendungsgröße von etwa 15 bis 18 Palettenplätzen nähert sich der Teilladungspreis ohnehin dem FTL-Niveau – dann lohnt die Komplettladung, weil sie ohne Umschlag schneller und schonender ist. Bei empfindlicher, hochwertiger oder termingebundener Ware spricht auch bei kleineren Mengen viel für die FTL, weil Sammelgut mehrere Umschläge und ein höheres Beschädigungsrisiko bedeutet. Als Faustregel gilt: Je größer, empfindlicher oder eiliger die Sendung, desto eher die Komplettladung.
Für eine belastbare Kalkulation braucht die Disposition Abhol- und Zielort, Warenart, Gewicht, Lademeter oder Palettenzahl, Wunschtermin und etwaige Sonderausstattung. Auf dieser Basis erhalten Sie bei Speed Logistics innerhalb weniger Stunden einen Festpreis ohne versteckte Zuschläge – telefonisch rund um die Uhr unter +49 (0)30 346 467 850. Weitere Sparansätze bündelt der Ratgeber Transportkosten senken.